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Statistik

Gender Pay Gap Deutschland 2025/2026: Statistik, Ursachen und Loesungen

Veroeffentlicht: 2026-03-27 Lesezeit: 9 Min.
Gender Pay Gap Deutschland 2025/2026: Statistik, Ursachen und Loesungen

Gender Pay Gap 2025: Aktuelle Zahlen im Ueberblick

Frauen haben laut Destatis (Stand: 2025) in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 16 % weniger verdient als Maenner. Der Bruttostundenverdienst lag bei Frauen bei 22,81 Euro, bei Maennern bei 27,05 Euro -- eine absolute Differenz von 4,24 Euro. Gegenueber dem Vorjahr blieb der unbereinigte Gender Pay Gap damit unveraendert, nachdem er zwischen 2023 (17,6 %) und 2024 (16 %) bereits deutlich gesunken war.

Der bereinigte Gender Pay Gap -- nach Herausrechnung von Branche, Berufsfeld, Qualifikation und Beschaeftigungsumfang -- betrug laut Destatis (Stand: 2025) 6 %. Dieser Wert gilt methodisch als Obergrenze fuer nicht erklaerbare Verdienstunterschiede, da Faktoren wie Erwerbsunterbrechungen wegen Kinderbetreuung im Datensatz nicht vollstaendig abbildbar sind.

Rund 60 % der Verdienstluecke lassen sich durch strukturelle Merkmale erklaeren: Teilzeitbeschaeftigung (19 %, entspricht 0,81 Euro/h), Branchen- und Berufssegregation (18 %, 0,75 Euro/h) und das Anforderungsniveau der ausgeuebten Taetigkeit (13 %, 0,55 Euro/h). Die verbleibenden 40 % (1,71 Euro/h) entziehen sich der Erklaerung durch die verfuegbaren Merkmale.

Unbereinigter vs. bereinigter Gender Pay Gap -- Methodik und Zeitreihe

Die Unterscheidung zwischen beiden Messgroessen ist fuer HR-Verantwortliche und Compliance Officers zentral. Der unbereinigte GPG vergleicht saemtliche Bruttostundenverdienste von Maennern und Frauen ohne jede Adjustierung -- er misst also die gesamte Verdienstluecke einschliesslich aller strukturellen Einfluesse auf dem Arbeitsmarkt. Der bereinigte GPG kontrolliert fuer beobachtbare Merkmale wie Branche, Berufsgruppe, Qualifikationsniveau und Beschaeftigungsumfang. Was nach dieser Adjustierung verbleibt, gilt als potenziell diskriminierungsrelevant.

Seit 2022 ermittelt Destatis den bereinigten GPG auf Basis der monatlichen Verdiensterhebung, was eine jaehrliche Aktualisierung ermoeglicht -- zuvor war dies nur alle vier Jahre ueber die Verdienststrukturerhebung moeglich.

JahrGPG unbereinigtFrauen Euro/hMaenner Euro/h
202018 %----
202118 %----
202218 %----
202318 % (17,6 %)----
202416 %----
202516 %22,8127,05
Quellen: Destatis Pressemitteilung PD25_453_621, WSI Zeitreihe Gender Pay Gap 2006-2025. Detaillierte Jahreswerte vor 2024 in der WSI-Zeitreihe. Der langfristige Rueckgang von 23 % (2006) auf 16 % (laut Destatis, Stand: 2025) ist signifikant. Ein wesentlicher Faktor war die Einfuehrung des gesetzlichen Mindestlohns 2015, da Frauen im Niedriglohnbereich ueberproportional vertreten sind. Der Rueckgang verlief jedoch nicht gleichmaessig -- zwischen 2019 und 2023 stagnierte der unbereinigte GPG bei 18 %.

Gender Gap Arbeitsmarkt -- Der erweiterte Indikator

Der Gender Pay Gap allein unterschaetzt die tatsaechliche Verdienstungleichheit zwischen Maennern und Frauen. Destatis veroeffentlicht daher seit einigen Jahren den Gender Gap Arbeitsmarkt als erweiterten Indikator. Er betrug laut Destatis (Stand: Februar 2026) unveraendert 37 %.

Dieser Gesamtindikator kombiniert drei Komponenten:

Fuer Unternehmen, die ueber gesetzliche Mindestanforderungen hinaus Gleichstellungsziele verfolgen, ist dieser Indikator aussagekraeftiger als der GPG allein. Er zeigt: Die eigentliche Ungleichheit entsteht nicht primaer durch ungleiche Stundenloehne, sondern durch Unterschiede in Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung -- beides Felder, auf die Arbeitgeber durch Arbeitszeitmodelle, Elternzeitkultur und Karrierestrukturen direkten Einfluss haben.

Regionale Unterschiede: Ost-West-Gefaelle

Das regionale Muster ist laut Destatis (Stand: 2025) ausgepraegt: Im Westen lag der unbereinigte GPG bei 17 %, im Osten bei 5 %. Beim bereinigten GPG kehrt sich das Bild teilweise um: Westdeutschland 6 %, Ostdeutschland 9 %. Der hoehere bereinigte Wert im Osten erklaert sich durch geringere Branchenvielfalt -- weniger hochbezahlte Sektoren wie Finanzdienstleistungen oder Unternehmensberatung fuehren dazu, dass nach Herausrechnung von Brancheneffekten eine vergleichsweise groessere unerklaerte Luecke verbleibt.
RegionGPG unbereinigtGPG bereinigtErklaerung
Deutschland gesamt16 %6 %--
Westdeutschland17 %6 %Hohe Branchenvielfalt, mehr Hochlohnbranchen
Ostdeutschland5 %9 %Hoehere Vollzeitquote Frauen, geringere Branchenvielfalt
Oeffentlicher Dienst (D gesamt)4 %--Tarifbindung, transparente Entgeltstrukturen
Privatwirtschaft (D gesamt)17 %--Hoehere Branchen- und Berufssegregation
Quelle: Destatis PD25_453_621 Einzelne Bundeslaender weichen erheblich vom Bundesdurchschnitt ab. Bayern und Baden-Wuerttemberg -- mit starker Konzentration auf Industrie und Finanzdienstleistungen -- verzeichnen traditionell ueberdurchschnittliche unbereinigte GPG-Werte (Bayern laut Destatis Bayern: 19 % in 2025). Sachsen-Anhalt und Brandenburg lagen in frueheren Erhebungen bei 3-4 %. Aktuelle Laenderdaten 2025 sind in der Destatis-Tabelle nach Bundeslaendern ab 2014 abrufbar.

Branchenspezifische Unterschiede

Der Bruttostundenverdienst variiert je nach Wirtschaftszweig erheblich -- und mit ihm die Verdienstluecke. Laut Destatis reicht der unbereinigte GPG nach Branchen von 0 % (Postdienste) bis 30 % (Rechts- und Steuerberatung, Unternehmensberatung). Das Muster folgt einer klaren Logik: Branchen mit hohem Frauenanteil und Care-Bezug -- Pflege, Erziehung, Sozialarbeit -- gehoeren zu den niedrigst entlohnten Sektoren ueberhaupt.
BrancheGPG (geschaetzt)Frauenanteil (ca.)Tendenz
Rechts- / Steuerberatungca. 30 %ca. 45 %Hoch, Boni-getrieben
Finanz- und Versicherungsdienstleistungenca. 26 %ca. 52 %Hoch, variable Verguetungsanteile
Verarbeitendes Gewerbe / Maschinenbauca. 20 %ca. 14 %Mittel-hoch, Schichtpraemien
Informations- und Kommunikationstechnologieca. 18 %ca. 18 %Mittel, Verhandlungsluecke
Gesundheits- und Sozialwesenca. 9 %ca. 76 %Niedrig, Tarifbindung
Erziehung und Unterrichtca. 7 %ca. 68 %Niedrig, oeffentlicher Dienst
Postdienste / Kurierdiensteca. 0 %--Minimal, starke Tarifbindung
Hinweis: Branchenspezifische GPG-Werte 2025 sind Naeherungswerte auf Basis der Destatis-Pressemitteilung PD25_453_621 und frueherer Verdienststrukturerhebungen. Ein mittelstaendisches Unternehmen mit 280 Beschaeftigten im Bereich Unternehmensberatung wird daher strukturell mit einem anderen Ausgangsbefund konfrontiert als ein gleichgrosses Pflegeunternehmen. Fuer die Auskunftspflicht nach EntgTranspG Paragraf 10 ist diese Differenzierung essenziell: Was in einer Branche als erklaerter struktureller Unterschied gilt, kann in einer anderen als Indiz fuer unmittelbare Diskriminierung gewertet werden.

Ursachen des Gender Pay Gap -- Fuenf Strukturfaktoren

Die Verdienstluecke hat keine einzelne Ursache. Sie entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Mechanismen, die sich im Laufe einer Erwerbsbiografie gegenseitig verstaerken.

1. Branchen- und Berufssegregation

Frauen und Maenner sind ungleich ueber Branchen und Berufe verteilt. Frauen sind ueberproportional in sozialen, pflegerischen und erzieherischen Berufen taetig -- Sektoren, die gesellschaftlich als weniger werthaltig gelten und entsprechend geringer entlohnt werden. Dieser Faktor erklaert laut Destatis (Stand: 2025) rund 18 % der Verdienstluecke (0,75 Euro/h). Aus juristischer Perspektive ist diese Segregation kein individuelles Merkmal, sondern ein strukturelles Ergebnis, das von Directive 2023/970 Art. 4 (Gleichwertigkeit der Arbeit) adressiert wird.

2. Teilzeitbeschaeftigung und Arbeitszeit

51 % der beschaeftigten Frauen arbeiten in Teilzeit, bei Maennern sind es rund 13 %. Teilzeitstellen sind in Deutschland im Stundenlohn haeufig schlechter gestellt -- weniger Bonusansprueche, geringere Aufstiegschancen, Ausschluss von bestimmten Taetigkeitsfeldern. Der Gender Hours Gap (18 %, s. Abschnitt Arbeitsmarkt-Indikator) macht deutlich, dass Arbeitszeit die dominante Komponente der Gesamtluecke ist. Fuer Betriebsraete ergibt sich hier ein direktes Handlungsfeld: Betriebsvereinbarungen zu Vollzeit-Rueckkehrrechten und familienfreundlichen Arbeitszeiten reduzieren diesen Faktor nachweislich.

3. Karriereunterbrechungen und Elternzeit

Frauen unterbrechen ihre Erwerbstaetigkeit fuer Kinderbetreuung im Schnitt deutlich laenger als Maenner. Jede Unterbrechung bedeutet: fehlende Betriebszugehoerigkeitsjahre, ausgefallene Befoerderungen, Verlust von variablen Verguetungsanteilen. Das EntgTranspG Paragraf 5 Abs. 2 stellt klar, dass Elternzeit bei der Entgeltbemessung nicht nachteilig beruecksichtigt werden darf -- die praktische Umsetzung ist jedoch schwer kontrollierbar.

4. Unterrepraesentation in Fuehrungspositionen

Rund 29 % der Fuehrungspositionen in Deutschland sind mit Frauen besetzt. In DAX-40-Vorstaenden liegt der Anteil bei etwa 23 %. Da Fuehrungspositionen hoeher verguetet werden und haeufig einen ueberproportionalen Anteil variabler Verguetung enthalten, traegt die Unterrepraesentation direkt zur Verdienstluecke bei -- auch innerhalb ein und desselben Unternehmens.

5. Verhandlungsdynamiken und direkte Entgeltdiskriminierung

Frauen erzielen bei Gehaltsverhandlungen systematisch schlechtere Ergebnisse -- nicht weil sie seltener verhandeln, sondern weil assertives Verhandlungsverhalten bei Frauen sozial sanktioniert wird. Dieser Mechanismus ist empirisch gut belegt. Hinzu kommt direkte Entgeltdiskriminierung: gleiche Taetigkeit, gleiche Qualifikation, ungleiches Entgelt. Der Auskunftsanspruch nach EntgTranspG Paragraf 10 ist das zentrale Instrument, um diesen Fall sichtbar zu machen -- Beschaeftigte koennen den Medianwert der Vergleichsgruppe des anderen Geschlechts erfragen. Fuer die methodisch korrekte Berechnung der Lohnluecke im Unternehmenskontext sind mehrere Schritte notwendig.

Gender Pay Gap im EU-Vergleich

Deutschland zaehlt laut Destatis-Eurostat-Auswertung (Datenbasis 2024) zu den Laendern mit dem hoechsten unbereinigten Gender Pay Gap in der EU -- trotz des Rueckgangs von 22 % (2014) auf 16 % (2024). Der EU-Durchschnitt lag 2024 bei 11 %. Laender wie Luxemburg, Rumaenien und Polen weisen deutlich niedrigere Werte auf; Estland und Oesterreich liegen oberhalb des deutschen Wertes.
LandGPG unbereinigtTendenz
Estland19 %--
Oesterreichca. 17 %sinkend
Deutschland16 %sinkend
Finnlandca. 16 %--
Ungarnca. 17 %--
EU-Durchschnitt11 %sinkend
Italienca. 5 %--
Polen4 %--
Rumaenien4 %--
Belgien1 %--
Luxemburg-1 %Frauen verdienen mehr
Quelle: Destatis Europa-Seite Gender Pay Gap, Eurostat-Daten 2024. Der niedrige unbereinigte GPG in Laendern wie Polen oder Rumaenien erklaert sich nicht zwingend durch bessere Gleichstellung: Geringere Branchenvielfalt, komprimierte Lohnstrukturen und ein anderes Muster der Frauenerwerbsbeteiligung fuehren dort zu statistisch kleineren Differenzen. Der Gender Gap Arbeitsmarkt -- der auch Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung einbezieht -- waere fuer einen aussagekraeftigen Laendervergleich der geeignetere Indikator.

Rechtlicher Rahmen: EntgTranspG und EU-Richtlinie 2023/970

Der rechtliche Rahmen zur Bekaempfung des Gender Pay Gap in Deutschland besteht aus zwei Ebenen: dem nationalen Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) und der europaeischen Richtlinie 2023/970/EU, deren Umsetzungsfrist am 7. Juni 2026 endet. Den aktuellen Stand des deutschen Gesetzgebungsverfahrens und alle neuen Pflichten im Detail beschreibt der Artikel Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 in Deutschland.

EntgTranspG -- Geltendes Recht

Das Entgelttransparenzgesetz gilt seit Januar 2018. Kernelemente:

EU-Richtlinie 2023/970 -- Kommende Verschaerfungen

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 (in Kraft seit Juni 2023, Umsetzungsfrist 7. Juni 2026) verschaerft die Anforderungen erheblich: Fuer ein mittelstaendisches Unternehmen mit 280 Beschaeftigten bedeutet das konkret: Ab Umsetzung der Richtlinie greift ab 250 Beschaeftigten die erste Berichtsstufe. Bereits heute empfiehlt sich eine freiwillige Entgeltanalyse, um bei Inkrafttreten keine ueberraschenden Offenlegungspflichten zu treffen. Detaillierte Anforderungen beschreibt der Leitfaden zur Entgeltberichtspflicht.

Massnahmen fuer Unternehmen

Die Reduktion des Gender Pay Gap ist kein Selbstzweck -- sie reduziert Rechts- und Reputationsrisiken, verbessert die Arbeitgeberattraktivitaet und erfuellt kuenftige Compliance-Anforderungen.

Kurzfristig (0-6 Monate)

Mittelfristig (6-24 Monate)

Langfristig (ab 24 Monate)

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist der Gender Pay Gap in Deutschland 2025?

Laut Destatis (Stand: 2025) betrug der unbereinigte Gender Pay Gap 16 % -- Frauen verdienten im Schnitt 22,81 Euro pro Stunde, Maenner 27,05 Euro. Der bereinigte Gap, der Branche, Beruf und Qualifikation kontrolliert, lag bei 6 %. Quelle: Destatis PD25_453_621

Was ist der Unterschied zwischen bereinigtem und unbereinigtem Gender Pay Gap?

Der unbereinigte GPG (16 %) vergleicht alle Bruttostundenverdienste ohne Adjustierung -- er misst die Gesamtluecke inklusive struktureller Faktoren wie Branchenwahl und Teilzeit. Der bereinigte GPG (6 %) kontrolliert fuer beobachtbare Merkmale wie Berufsfeld, Qualifikation und Beschaeftigungsumfang. Was nach dieser Bereinigung verbleibt, gilt als potenziell diskriminierungsrelevant.

Warum ist der Gender Pay Gap in Ostdeutschland so viel kleiner?

Der unbereinigte GPG im Osten betrug laut Destatis (Stand: 2025) nur 5 %, gegenueber 17 % im Westen. Gruende: Frauen in Ostdeutschland sind historisch haeufiger in Vollzeit erwerbstaetig, und die geringere Branchenvielfalt (weniger Hochlohn-Sektoren) reduziert strukturelle Verdienstunterschiede. Der bereinigte GPG faellt im Osten mit 9 % allerdings hoeher aus als im Westen (6 %).

Was ist der Gender Gap Arbeitsmarkt und was bedeuten die 37 %?

Der Gender Gap Arbeitsmarkt ist ein erweiterter Destatis-Indikator, der nicht nur den Stundenverdienst (GPG: 16 %), sondern auch Arbeitszeit (Gender Hours Gap: 18 %) und Erwerbsbeteiligung (Gender Employment Gap: 8 %) beruecksichtigt. Der Gesamtindikator betrug laut Destatis (Stand: Februar 2026) 37 %. Quelle: Destatis PD26_064_621

Was verpflichtet das Entgelttransparenzgesetz Unternehmen zu tun?

Das EntgTranspG verpflichtet Unternehmen ab 200 Beschaeftigten, einen individuellen Auskunftsanspruch (Paragraf 10) zu erfuellen: Beschaeftigte koennen den Medianverdienst der Vergleichsgruppe des anderen Geschlechts erfragen. Betriebe ab 500 Beschaeftigten muessen zudem im Lagebericht (Paragraf 17-18 EntgTranspG) ueber Entgeltgleichheitsmassnahmen berichten. Die EU-Richtlinie 2023/970 verschaerft diese Pflichten ab Juni 2026 erheblich.

Welche Branchen haben den hoechsten bzw. niedrigsten Gender Pay Gap?

Laut Destatis reicht der unbereinigte GPG nach Branchen von 0 % (Postdienste) bis rund 30 % (Rechts- und Steuerberatung, Unternehmensberatung). Branchen mit hohem Frauenanteil und Care-Bezug (Pflege, Erziehung) haben tendenziell niedrigere GPG-Werte, obwohl sie absolut schlechter entlohnt werden.

Wie wirkt sich die EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 auf den Gender Pay Gap aus?

Die Richtlinie 2023/970/EU (Umsetzungsfrist: 7. Juni 2026) verpflichtet Unternehmen ab 100 Beschaeftigten zu regelmaessigen Entgeltberichten (Art. 9). Wird ein unerklaerter GPG von mehr als 5 % festgestellt, ist eine gemeinsame Entgeltbewertung mit Arbeitnehmervertretung verpflichtend. Art. 7 schreibt Gehaltsangaben in Stellenanzeigen vor.

Kann ich als Beschaeftigte/r pruefen, ob ich von einem Gender Pay Gap betroffen bin?

Ja. In Betrieben ab 200 Beschaeftigten haben Sie nach EntgTranspG Paragraf 10 das Recht, den Median-Bruttoverdienst der Vergleichsgruppe des anderen Geschlechts fuer gleiche oder gleichwertige Taetigkeiten zu erfahren. Der Auskunftsantrag ist beim Arbeitgeber oder -- wenn vorhanden -- beim Betriebsrat zu stellen.