AGG und Entgeltgleichheit: Wie die Gesetze zusammenspielen
AGG und Entgeltgleichheit
Die Frage nach agg und entgeltgleichheit gewinnt mit der bevorstehenden Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie an Bedeutung. Unternehmen muessen sich vorbereiten — nicht nur rechtlich, sondern auch organisatorisch und kulturell.Dieser Beitrag beleuchtet die wichtigsten Aspekte und gibt konkrete Handlungsempfehlungen.
Rechtlicher Rahmen
Das Entgelttransparenzgesetz Leitfaden bildet die Grundlage der Entgelttransparenz in Deutschland. Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommen ab 2026 deutlich schaerfere Anforderungen. Die Kombination beider Regelwerke schafft einen umfassenden Rechtsrahmen, den Arbeitgeber kennen muessen.Geltungsbereich und Schwellenwerte
Die bisherigen Schwellenwerte (200 Beschaeftigte fuer den Auskunftsanspruch, 500 fuer den Entgeltbericht) werden durch die EU-Richtlinie deutlich gesenkt. Kuenftig gilt: Auskunftsanspruch fuer alle, Berichtspflicht ab 100 Beschaeftigte.Rechtsfolgen bei Verstoessen
Erstmals sieht die EU-Richtlinie Sanktionen vor. Bislang konnten Arbeitgeber das EntgTranspG weitgehend folgenlos ignorieren. Das aendert sich grundlegend: Bussgelder, Schadensersatz und Beweislastumkehr schaffen echte Konsequenzen.Praktische Bedeutung fuer Unternehmen
Was heisst das konkret? Ein mittelstaendisches Unternehmen mit 150 Beschaeftigten muss kuenftig:- Gehaltsspannen in Stellenausschreibungen angeben
- Alle Auskunftsanfragen innerhalb von zwei Monaten beantworten
- Regelmaessig Entgeltberichte erstellen
- Bei einem Gender Pay Gap ueber 5% eine gemeinsame Bewertung durchfuehren
- Alle Entgeltentscheidungen dokumentieren
Fallbeispiel aus der Praxis
Ein Automobilzulieferer mit 300 Beschaeftigten fuehrte 2024 proaktiv eine Entgeltanalyse durch. Ergebnis: In der Produktionsleitung verdienten Frauen 12% weniger als Maenner in vergleichbaren Positionen. Die Gruende waren historisch gewachsen — unterschiedliche Einstiegsgehaelter aus verschiedenen Jahren, keine systematische Ueberpruefung.Das Unternehmen glich die Gehaelter an, fuehrte Gehaltsbaender ein und dokumentierte die Kriterien. Kosten: rund 180.000 EUR. Der Aufwand bei einer spaeteren erzwungenen Anpassung waere deutlich hoeher gewesen — plus Reputationsschaden.
Empfehlungen
- Rechtliche Situation jetzt analysieren, nicht erst bei Inkrafttreten
- Entgeltstrukturen dokumentieren und auf geschlechtsneutrale Kriterien pruefen
- Entgelttransparenz-Software evaluieren fuer die laufende Ueberwachung
- Betriebsrat fruehzeitig einbinden
- Externe Beratung in Anspruch nehmen, wenn interne Expertise fehlt
Haeufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet AGG Entgeltgleichheit konkret?
Wie die Gesetze zusammenspielen — Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie und das Entgelttransparenzgesetz schaffen hier klare Regelungen fuer Unternehmen und Beschaeftigte.
Welche Pflichten haben Arbeitgeber?
Arbeitgeber muessen gemaess EU-Richtlinie Gehaltsangaben in Stellenanzeigen machen, Entgeltberichte erstellen und den Auskunftsanspruch erfuellen. Bei Verstoessen drohen Bussgelder und Schadensersatz.
Wo finde ich weitere Informationen?
Der Entgelttransparenzgesetz Leitfaden bietet einen umfassenden Ueberblick. Fuer die EU-Dimension empfiehlt sich der Artikel zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie.